Stellungnahme von Martin Fink zum Ausgang der Pfullinger Bürgermeisterwahl am Sonntag, 16. Mai 2021 

Herzlichen Dank! 

Als Erstes möchte ich Herrn Stefan Wörner zur Wahl des Bürgermeisters unserer Stadt Pfullingen ganz herzlich gratulieren. Das ist ein klares und eindeutiges Ergebnis. Die Mehrheit der Wählerinnen und Wähler hat sich damit für das Angebot mit den Inhalten des Wahlprogramms, welches Herr Wörner vertritt, entschieden. Als überzeugter Demokrat respektiere ich dieses Wahlergebnis voll und ganz. Mein herzlicher Glückwunsch gilt natürlich auch der ganzen Familie Wörner.

Ihr engagierter Wahlkampf unter dem Motto "Neuer Schwung für Pfullingen" hat große Erwartungen geweckt. Bei all ihrem Engagement als neuer Bürgermeister für unsere Stadt wünsche ich Ihnen, Herr Wörner, eine gute Hand, Gesundheit und auch das notwendige Glück. Von meiner Seite aus freue ich mich auf eine gute und konstruktive Zusammenarbeit mit Ihnen im Gemeinderat und als stellvertretender Bürgermeister.

In den kommenden Tagen und Wochen bis zu Ihrem Amtsantritt auf dem Pfullinger Rathaus werde ich als ehrenamtlich gewählter 1. stellvertretender Bürgermeister wie bisher die Amtsgeschäfte führen. In dieser Zeit werden wir uns sicher laufend abstimmen, damit eine gute und reibungslose Übergabe der Amtsgeschäfte gewährleistet sein wird. Auch hier sage ich Ihnen gerne meine volle Unterstützung zu.

 
Bei meinen Wählerinnen und Wählern möchte ich mich herzlich dafür bedanken, dass sie mir ihre Stimme gegeben haben. Dieses Wahlergebnis empfinde ich persönlich als ein sehr ehrliches Ergebnis, das ist mir wichtig, da ich meine Art des Wahlkampfes mit den damit verbundenen Inhalten und Rahmenbedingungen von Anfang an stets deutlich kommuniziert und zu Brennpunktthemen, wie etwa zum Großprojekt Regionalstadtbahn, immer schon klar Stellung genommen habe.

Bei meiner Familie und bei einigen Menschen in meinem engeren und weiteren persönlichen Umfeld möchte ich mich sehr herzlich für so manches gute, motivierende Gespräch sowie für die konstruktive, kritische, vertrauensvolle und wertschätzende Unterstützung im Rahmen meiner Kandidatur bedanken. Für die vielen positiven Rückmeldungen aus der Pfullinger Bevölkerung in den letzten Wochen und Monate sage ich ebenfalls ganz herzlichen Dank! 


Ausdrücklich bedanken möchte ich mich heute Abend auch nochmals bei den drei anderen Mitbewerbern des ersten Wahlganges, Herrn Bohnert, Herrn Plankenhorn und Herrn Gottaut, dass sie mit ihrem Engagement und ihren Ideen im Wahlkampf dafür gesorgt haben, dass die Pfullingerinnen und Pfullinger eine echte Auswahl hatten. Denn jede Wahl lebt von einer guten Auswahl. Auch das war mir von Anfang an wichtig. 

 

Zahlreiche ehrenamtliche Wahlhelferinnen und Wahlhelfer, der Gemeindewahlausschuss und das Team der Verwaltung haben dafür gesorgt, dass trotz der schwierigen Pandemiebedingungen diese Bürgermeisterwahl an zwei Wahlsonntagen durchgeführt werden konnte. Vielen Dank dafür.

 
„Suchet der Stadt Bestes" wird weiterhin mein Kompass für mein Engagement für diese tolle Stadt und ihre Menschen sein. Als mit einem sehr starken Mandat bei der letzten Kommunalwahl 2019 jeweils gewählter Stadtrat, Kreisrat und stellvertretender Bürgermeister freue ich mich sehr darauf, auch weiterhin die Zukunftsfragen meiner Heimatstadt Pfullingen in den Gremien hier vor Ort und auf Kreisebene aktiv mitzugestalten.

 
Der Wahltag heute hat nicht nur für die Stadt Pfullingen und ihre Menschen endlich die dringend notwendige Klarheit gebracht – auch ich selbst kann mich in absehbarer Zeit beruflich wieder voll auf meine beiden Hauptberufe in Sachen Personalberatung und Sprengtechnik konzentrieren, zwei sehr spannende Berufe, die in dieser Kombination in Deutschland nur sehr selten vorkommen – ich werde daher beide Tätigkeiten mit großer Freude und vollem Engagement auch weiterhin ausüben!

 
Und weil ich das auch immer wieder gefragt werde: Mir persönlich geht es wirklich gut, ich habe meinen Halt auf dem festen Fundament des christlichen Glaubens. Meine Kandidatur bei dieser Pfullinger Bürgermeisterwahl war für mich insgesamt eine schöne weitere Lebenserfahrung!

1. Acht Wochen Bürgermeister-Wahlkampf in Pfullingen - Ihr Fazit 

Dass die Bürgerinnen und Bürger am Wahlsonntag eine gute Auswahlmöglichkeit haben, spricht für die Attraktivität unserer Stadt. Wenn jetzt sogar Stadtoberhäupter aus der Region sich mit Empfehlungen für einzelne Bewerber einbringen, ist das ungewöhnlich und macht deutlich, dass diese Bürgermeisterwahl auch außerhalb von Pfullingen aufmerksam verfolgt wird. Es bleibt aber dabei, die Pfullingerinnen und Pfullinger brauchen keinen Rat von außen und wissen am besten, was und wer ihrer Stadt gut tut .

2. Sie haben nicht plakatiert! - warum?

Wahlplakate und damit verbundene plakative Aussagen passen nicht zu mir. Die Zukunftsthemen Pfullingens verlangen differenzierte und kenntnisreiche Antworten. Statt Wahlplakate zu finanzieren, habe ich dem DRK Pfullingen für seinen Einsatz rund um das Schnelltestzentrum eine Spende über € 500 überreicht 

3. Sie waren auch nicht in den sozialen Medien unterwegs. Dort stellen Ihre Mitbewerber die Bedeutung der beruflichen Qualifikation bzw. der Lebenserfahrung heraus. Was ist Ihre Meinung dazu? 

 Das stimmt. Für mich kam „nur" eine Internetseite und eine Wahlinfobroschüre in Frage – übrigens nicht von einer Agentur. Das war Teamarbeit in der Familie zwischen meinem Bruder Christian, meinem Neffen Mathis und mir sowie in der Umsetzung der Broschüre ging mein Auftrag an zwei Pfullinger Betriebe und Geschäftspartner. Da ich schon vor dem Wahlkampf auf Facebook & Co. nicht unterwegs war, habe ich darauf verzichtet. Statt Fotos und Statements zu posten, war es mir wichtiger, meine derzeitigen Aufgaben als stellvertretender Bürgermeister zu erfüllen und die nicht immer einfachen Entscheidungen im Zusammenhang mit der Pandemiebekämpfung zu treffen. Sowohl mit beruflicher Qualifikation als auch mit Lebenserfahrung kann ich dienen. Man muss aber kein Verwaltungsdiplom haben, um ein guter Bürgermeister zu sein. Das Beispiel des letzten Bürgermeisters hat gezeigt, dass Verwaltungsdiplom und Verwaltungserfahrungen auch keine Erfolgsgarantie sind. Es ist doch gut, dass die Pfullingerinnen und Pfullinger am Sonntag zwischen unterschiedlichen Persönlichkeiten und Profilen auswählen können 

4. Ihre Skepsis gegenüber der Regionalstadtbahn wurde als „Kirchturmpolitik eines Ewiggestrigen“ kritisiert – was sagen Sie dazu?

Wer mich kennt, weiß, dass ich für neue, kreative Ansätze immer aufgeschlossen bin. Wer sich ernsthaft mit Szenarien für die Mobilität von Morgen beschäftigt, wird erkennen, dass in zehn, fünfzehn Jahren autonom fahrende Robotaxis und Roboshuttles die Spielregeln des ÖPNV und der Mobilität insgesamt revolutionieren werden. Vielleicht werden dann rückblickend einige sagen: Martin Fink hatte mit seiner Skepsis recht, als er die Zukunftsfähigkeit der Regionalstadtbahn bezweifelte. Zum Vorwurf der Kirchturmpolitik: Der Bürgermeister von Pfullingen leistet einen Amtseid. Er soll sich zum Wohl der Stadt einsetzen. Wenn ein Projekt wie die Regionalstadtbahn allein schon für den Abschnitt auf Pfullinger Gebiet derart massive negative Auswirkungen für die Stadtentwicklung hat, ist es seine Pflicht, für Aufklärung und Transparenz zu sorgen. Um es klar zu sagen: Es ist noch nicht entschieden, ob eine Strecke durch Pfullingen auf die Alb geführt wird. Es handelt sich um eine Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2012. Beide diskutierten Trassen sind aus meiner Sicht für Pfullingen fast schon brutal: Die Bahntrasse würde eine sehr gut angenommene Fuß- und Radverbindung mit einem wunderbaren Baumbestand zerstören; die andere Trasse würde das Gesicht der Innenstadt von Pfullingen massiv verändern. Häuser müssten weichen, damit die Regionalstadtbahn sich durch Pfullingen quetschen kann. Vor diesem Hintergrund müssen für Pfullingen viele offene Fragen geklärt und nach Alternativen gesucht werden. Mein Verständnis von gelebter Bürgerbeteiligung ist es, dass bei einer solchen Frage die Pfullingerinnen und Pfullinger frühzeitig sowohl über das OB als auch über das WIE mitentscheiden solle 

5. Was hat Sie im Wahlkampf gestört?

Lassen Sie mich mit etwas Positivem beginnen: Aufgrund der Coronasituation wurden neue Online-Formate zur Präsentation der Kandidaten ausprobiert. Auch wenn sie den persönlichen Austausch nicht ersetzen können, war es doch beeindruckend zu sehen, wie viele Zuschauerinnen und Zuschauer diese Formate genutzt haben. Gestört hat mich, dass es manchmal die Tendenz gab, Pfullingen schlechter zu reden als es ist. Ja, es stimmt: Wir können in vielen Bereichen noch besser werden. Da hätte ich es gern gesehen, wenn Vorschläge und Ideen mit mehr inhaltlicher Substanz und hinsichtlich der Finanzierbarkeit besser ausgeleuchtet worden wären. Mir persönlich waren da zu viele Schlagworte und Allgemeinplätze dabei. Unangemessen empfand ich es, dass vereinzelt versucht wurde, Generationen gegeneinander auszuspielen 

6. „Suchet der Stadt Bestes" ist Ihr Motto – was nehmen Sie aus dem Wettbewerb mit den Kandidaten mit?

Wer mich kennt, weiß, dass ich gerne kreative Ideen entwickle und noch mehr mich dafür einsetze, dass aus Ideen Taten werden: Bürgerbus, Sagenweg, Schulprojekte, Vereinsförderung, Stadtbüro und Barrierefreiheit. In der Tat reifte bei mir in den letzten Wochen die Idee, ein „Pfullinger Praxis Jahr“ (PPJ) aufzubauen. Als langjähriger Personalleiter der Firma Blessing und aus meiner Personalberatungspraxis weiß ich, wie wichtig es ist, junge Menschen vor Ort mit Unternehmen und Vereinen praktisch zusammenzuführen. In Kooperation mit unserer französischen Partnergemeinde Passy und unserer Partnerstadt Lichtenstein/Sachsen könnte hierzu eine internationale bzw. nationale Zusammenarbeit aufgebaut werden. 

7. Es ist Montag, der 26. April 2021 - wie wird sich Martin Fink fühlen? 

 Gut bis sehr gut. Die Pfullingerinnen und Pfullinger haben ihre Entscheidung für den künftigen Bürgermeister getroffen. Seit ich mich zurückerinnern kann, liegen mir die Geschicke und die Entwicklung der Stadt Pfullingen am Herzen. Von daher ist es schön zu wissen, dass ich im Gemeinderat – entweder als Vorsitzender oder als einfaches Mitglied – weiterhin die Zukunftsfragen der Stadt mitgestalten darf. Darauf freue ich mich.

Anzeige im Amtsblatt der Stadt Pfullingen Ausgabe Nr. 16 vom 22.04.2021